Multiresistente Keime: Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter nach dem Urlaub schützen

Multiresistente Keime: Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter nach dem Urlaub schützen

Urlaub im fernen Ausland gehört dazu

Türkisblaues Meer mit weißen Stränden umsäumt von Palmen – davon nicht nur zu träumen, sondern tatsächlich zu den schönsten Stränden nach Thailand, Mexiko oder Indonesien zu reisen bedeutet für viele Mitarbeiter die pure Erholung. Doch auf dem Rückweg haben Sie durchaus blinde Passagiere an Board, die zum Problem werden können.

Weiterverbreitung multiresistenter Keime

In tropischen Gebieten kommt es häufig zu Durchfallerkrankungen, die durch eine Infektion mit aggressiven Darmkeimen ausgelöst werden. Diese Keime gelangen meist über das Essen in den Darmtrakt. Eine solche Infektion erscheint zunächst harmlos und wird meist auskuriert, ohne einen Arzt aufzusuchen.

Problematisch sind Fäkalkeime vor allem, weil sie antibiotikaresistente Gene in sich tragen. Da Bakterien miteinander „kommunizieren“, können diese Resistenzen auf andere Bakterien übertragen werden, sodass neue Mutationen resistenter Bakterien entstehen.

Nach der Genesung verschwinden die Keime nicht einfach aus dem Darm, sondern reisen als „blinde Passagiere“ mit nach Hause. Zu Hause angekommen gelangen Mikroorganismen über Exkrete in die Umwelt und können bei mangelnder Hygiene zu einer Weiterverbreitung zu Hause und im Büro führen.

Aufgrund des meist starken Einsatzes von Antibiotika in tropischen Ländern wird die Aufnahme solcher Bakterien und die Verbreitung regelrecht angekurbelt. Im Darm Ihrer Mitarbeiter entsteht ein Kampf zwischen den eigenen Mikroorganismen und den Eindringlingen.

Bei einer gesunden Darmflora ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Querulanten nicht die Oberhand gewinnen, allerdings, wenn diese Mikroorganismen an immunschwache Menschen weitergegeben werden, kann es zu beträchtlichen Beeinträchtigungen der Darmfunktion kommen, was dann nur schwer oder nicht mehr therapierbar sein kann, da kein Antibiotikum mehr Wirkung zeigt.

Das Reiseziel beeinflusst die Darmflora

In verschiedenen Studien fanden Forscher durch die Untersuchung von Stuhlproben heraus, dass man auf Grundlage der Keime sogar Rückschlüsse auf die Reisedestination ziehen kann. Das Reiseziel beeinflusst demnach die Darmflora entscheidend durch die Aufnahme von Antibiotikaresistenzgenen.

Dies bekräftigte eine internationale Forschungsgruppe (2021) in Ihrer Studie, in der Sie die Darmflora 22 Reisender im Rahmen einer Fortbildungswoche in Laos drei Wochen lang täglich Stuhlproben untersuchten. Dabei stellten sie eine charakteristische Dynamik der Besiedlung während des Besuchs in Laos fest.

Übertragung durch Oberflächen und mangelnde Hygiene

Eine Weitergabe antibiotikaresistenter Keime im Büro hat zur Folge, dass Antibiotika nicht mehr wirken und somit schwerere Krankheitsverläufe folgen können. Übertragen werden diese Bakterien u.a. durch den direkten Kontakt mit Materialien, Oberflächen und über die Hände als auch über den Kontakt mit verunreinigten Gegenständen.

Ein ausgereiftes Hygienekonzept mit vernünftigen Maßen nur Reduzierung von Ansteckungsrisiken hilft daher, Ihr Team gesund und leistungsfähig zu halten und Ihren Kunden ein gutes Gefühl zu geben, dass Sie sich um die Gesundheit aller kümmern.

Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter schützen können

Zur Eindämmung einer Ausbreitung multiresistenter Keime formulierte das Bundesministerium für Gesundheit einige Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren. Hygienemaßnahmen sind dabei entscheidend, um Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

Die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) bündelt Maßnahmen, die zur Reduzierung von Antibiotika-Resistenzen erforderlich sind. Sie können diese im Detail auf der Website nachlesen.

Zusammengefasst ist zu sagen, dass die Gesundheit ganzheitlich betrachtet werden muss, um die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu verringern. Nur, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten kann dies funktionieren. Gerade durch die globalisierten Handels- und Reisetätigkeiten ist daher auch der Blick über die Grenzen Deutschlands wichtig und jeder der international agiert, sollte sich mit den Hygienethemen beschäftigen und die Hygieneempfehlungen laufend anpassen.

Ein wichtiger Baustein bei der Prevention ist die Vermeidung von Infektionen durch die Unterbrechung von Infektionsketten. Doch genau hier werden in Unternehmen Fehler gemacht, die sogar genau das Gegenteil erzeugen können. Der Einsatz übermäßiger Desinfektion kann zum Beispiel zu Resistenzen führen. Es ist somit wichtig, auch im Team eine Kompetenz für den richtigen Umgang mit der Hygiene aufzubauen.

Neben dem besseren Verständnis der Entstehung und Verbreitung von Resistenzen gibt es auch Ansätze, die genau darauf ausgelegt sind, Multiresistenzen einzudämmen. Einer davon sind antimikrobielle Oberflächenbeschichtungen die kontinuierlich Bakterien, Viren, Pilze und auch multiresistente Keime auf Oberflächen von häufig frequentierten Bereichen inaktivieren. Dazu werden oft benutzten Oberflächen, wie Türklinken, Geländer, Tresen, Schreibtische und Tastaturen, im Büro, in Kantinen, Kundenbereichen und auch Toilettenräumen nachträglich beschichtet.

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