Keimbelastung und Auswirkungen

Keime sind überall zu finden – auf dem Weg zur Arbeit, wenn Sie mit Bus oder Bahn fahren, am Arbeitsplatz genauso wie im Restaurant, indem Sie mit Ihrem Freund oder Freundin essen gehen oder in der Schule und Kindertagesstätte, in der Sie Ihr Kind abholen.

Übertragung von Keimen

Primär gelangen Erreger über Hautkontakt bzw. durch eine Tröpfcheninfektion in den Körper. Indirekt (sekundär) steckt man sich mit einer Infektion über die Berührung von an. Schmierinfektionen, bei welchen Keime über Händekontakt auf Gegenstände und andere Oberflächen übertragen werden, sind im Alltag allgegenwärtig. Nicht nur durch den Kontakt von infizierten Personen zu Oberflächen, sondern auch durch absinkende Tröpfchen aus der Luft, überträgt sowohl organische Stoffe wie auch Keime auf Oberflächen. Diese organischen Stoffe bieten den enthaltenen Keimen Schutz und Nahrung. Dadurch können sie länger auf Oberflächen überleben und die Infektionsgefahr steigt. Keime können ebenfalls durch Wasser und Lebensmittel übertragen werden.

Risiko einer Infektion

Für gesunde Menschen mit einem starken Immunsystem stellt eine Infektion ein geringeres Risiko dar. Kinder, Senioren oder Personen mit einer Vorerkrankung können in infolge einer Infektion schwerwiegende Erkrankungen ausbilden. Dabei sind die Beschwerden von verschiedenen weiteren Faktoren abhängig: Wo im Körper ist die Infektion? Welche Keime sind dafür verantwortlich? usw.

Behandlungsschwierigkeiten wegen Antibiotikaresistenz

Vor allem im Krankenhaus, in welchem Patienten gesund werden wollen, spielt die Krankenhaushygiene eine wichtige Rolle. Finden multiresistenten Keime, wie der MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus – infolge einer nosokomialen Infektion (Infektion im Krankenhaus), trotz aller Hygieneprotokolle, den Weg in die menschliche Blutbahn oder tiefliegende Gewebe, dann besteht Lebensgefahr. MRSA und andere multiresistente Vertreter weisen immer komplexere Antibiotika-Resistenzen auf und sind entsprechend schwerer zu behandeln. Dabei entstehen Resistenzen gegenüber Antibiotika aufgrund von übermäßigen und unsachgemäßen Gebrauch.

Infektionsschutz und seine Grenzen

Was bedeutet Infektionsschutz?

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) zielt darauf ab, übertragbare Krankheiten frühzeitig zu erkennen und Übertragungsketten von Infektionskrankheiten zu unterbrechen, §1 Absatz 1 IfSG. Das Gesetz legt fest, welche Krankheiten in welcher Ausführung meldepflichtig sind. Nach § 3 IfSG dient die Aufklärung der Bevölkerung bereits der Prävention übertragbarer Krankheiten und ist teil der öffentlichen Aufgabe.

Public Health – für die Gesundheit aller Menschen

Der öffentliche Gesundheitsdienst – auch als Public Health bezeichnet – arbeitet an der Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Als essentiell stellt das Robert Koch-Institut (RKI) eine Zusammenarbeit aller Akteure der öffentlichen Gesundheitspflege dar. Dabei ist das RKI selbst ein nationales Public-Health-Institut, Das RKI stellt in einer Stellungnahme Ziele vor, die die Gesundheit der Gesellschaft verbessern soll.

Stärkung des öffentlichen Einrichtungen im Gesundheitswesen

Zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes ist mehr Personal notwendig, um einen effektiven Schutz zu gewährleisten. Als weitere Empfehlung des RKIs sollte es mehr Hochschulen im Public Health Bereich geben, die einen interdisziplinären Ansatz verfolgen. Ein Fachkräftemangel zeichnet sich ebenfalls im Gesundheitssektor ab. Deswegen sollen verstärkt Inhalte der öffentlichen Gesundheit im Medizinstudium verankert und zudem Lehrstühle für Public Health geschaffen werden.

Verlässliche Daten zu Gesundheit und Gesundheitsverhalten als auch der gesundheitlichen Versorgung legen den Grundstein für eine optimale Gesundheitsversorgung. Neben Daten sind Informationen für die Öffentlichkeit essentiell, die über die Massenmedien und öffentliche Stellen kommuniziert werden.

Stärkend für den Public Health Bereich ist die Forschung, in der eine engere Verzahnung der akademischen Einrichtungen gefördert werden muss. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Forschung des Public Health. Dementsprechend spricht sich das Bundesministerium dafür aus, dass ein One-Health-Ansatz verfolgt wird, der den Menschen, die Umwelt und das Tier zusammen in den Fokus rückt.

Für den Infektionsschutz ist das Wissen der Menschen essentiell, da sie sich so vor einer Infektion schützen können. Das Robert Koch-Institut setzt als Schwerpunkt für den Infektionsschutz auf die Kenntnisse der Bevölkerung zur Minimierung des Ansteckungsrisikos. Die AHA+L-Regeln leisten einen wichtigen Beitrag für den Infektionsschutz.

Hygienemaßnahmen zur Senkung des Infektionsrisikos

Hygienetipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt 10 Hygienetipps mit auf den Weg, die ein Infektionsrisiko senken. An erster Stelle der Hygiene steht das Händewaschen. Neben dem Händewaschen empfiehlt die Bundeszentrale, sich nicht ins Gesicht zu fassen und die Nies- und Hustenetikette einzuhalten. Damit es nicht zu einer Wundinfektion kommt, sollten Wunden hygienisch behandelt und mit einem Pflaster abgedeckt werden. Ein sauberer Haushalt, in dem das Geschirr und die Wäsche mit warmen Wasser gesäubert werden, tragen maßgeblich zum Infektionsschutz bei. Außerdem sollten Lebensmittel richtig gelagert werden, damit es nicht zu einer Lebensmittelvergiftung kommt. Als letzten Tipp rät die Bundeszentrale, regelmäßig zu lüften.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts

Die Handhygiene ist ebenfalls Bestandteil der Hygieneformel AHA+L, die sich während der Corona-Pandemie etabliert hat. Neben dem Beachten der allgemeinen Hygieneregeln  – wie richtiges Händewaschen – dienen Abstand halten und Alltagsmasken tragen als auch Lüften zu den Maßnahmen, die jeder Bürger selbst treffen kann, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Um das Infektionsrisiko zu mindern, müssen Hygienemaßnahmen getroffen werden. KRINKO, die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts (RKI) stellt wichtige Maßnahmen zur Prävention von MRSA-Bakterien vor. Dabei spielt die Basishygiene eine wichtige Rolle. Die Kommission betont die Wichtigkeit der Handhygiene als Maßnahme zur Prävention. Auf Basis des empfohlenen Händewaschprotokolls sollte mindestens 30 Sekunden lang regelmäßig gewaschen werden.

Verhinderung einer Übertragung über Oberflächen

Darüber hinaus muss die Keimübertragung über den Kontakt mit Oberflächen eingedämmt werden. Eine Flächenreinigung mit anschließender Flächendesinfektion tötet Bakterien, Viren und Pilze. Je nach Einsatzbereich ist die Wahl des richtigen Desinfektionsmittels (beachten der Lebensmittelverträglichkeit) wichtig. Die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels entscheidet sich auch über die Einwirkzeit und die Gewährleistung, dass die Oberfläche trocken ist. Desinfektionsmittel sind hochaggressive, chemische Stoffe und können die Hautflora als auch Oberflächenmaterialien angreifen. Keime können Resistenzen gegenüber Desinfektionsmitteln ausbilden. Das beschränkt den Einsatz dieser Agenzien und erschwert  die Bekämpfung von Erregern. Der Gebrauch von Desinfektionsmitteln ist im Hinblick auf unsere Umwelt nicht unumstritten. Gelangen Desinfektionsmittel über Abwässer in die Kläranlagen oder in die Umwelt, können sie dort wichtige Mikroorganismen oder auch komplexere Vertreter aus Flora und Fauna töten.

Effektiver Infektionsschutz – eine Kombination aus Desinfektionsmittel und Singulett-Sauerstoff-basierender Oberflächenbeschichtung

In unserem Alltag sind Hygienemaßnahmen unerlässlich, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu unterbrechen und zu verhindern. Dabei spielt die Übertragung über Oberflächen, wie zuvor dargestellt, eine entscheidende Rolle.

Desinfektionsmittel reichen oftmals nicht aus, um Keimbelastung und Keimspitzen auf Oberflächen dauerhaft niedrig zu halten  Die Kombination aus Singulett-Sauerstoff-basierender Oberflächenbeschichtung und Desinfektionsmitteln hat sich bezüglich der enormen Reduktion von Keimlast und Keimspitzen als sehr effektiv gezeigt.

Zusätzlich schützt diese Oberflächenbeschichtung das Material von Oberflächen, welche durch Desinfektionsmittel stark angegriffen werden. Die Singulett-Sauerstoff-basierende Oberflächenbeschichtung ist zudem laut der Dekra umweltschonend, da sie keine Emissionen an die Umwelt abgibt. Als großes Plus stellen sich die Lebensmittelunbedenklichkeit als auch die Schweiß- und Speichelechtheit heraus. Dementsprechend können Speisen bedenkenlos auf der beschichteten Oberfläche verzehrt werden.

Ihr Ansprechpartner

Infektionsschutz durch antimikrobielle Oberflächen

Dr. rer. nat. Marc Dumkow
Mikrobiologie

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