Ein Jingle ist Ihre Marke in wenigen Tönen. Drei bis sieben Sekunden, eine Melodie, vielleicht ein gesungener Markenname – und Hörer wissen, wer spricht. Im Radio funktioniert das seit Jahrzehnten, neuerdings auch in Podcasts, auf YouTube und in App-Sounds. Der Kanal ändert sich, das Prinzip bleibt.
Ein guter Jingle ist nicht zwingend hübsch. Er ist eingängig genug, um nach dem dritten Mal mitgesummt zu werden, und distinkt genug, um nicht mit anderen verwechselt zu werden. Manche der bekanntesten Jingles der Welt sind musikalisch banal – aber sie sitzen, weil sie konsequent gespielt wurden und genau dasselbe geblieben sind, über Jahrzehnte.
Das ist der schwierige Teil. Ein Jingle entfaltet seine Wirkung erst durch Wiederholung. Wer ihn alle zwei Jahre überarbeitet, baut nie den Wiedererkennungseffekt auf, der das Investment rechtfertigt. Wer einen findet, der trägt, sollte ihn dreißig Jahre lang spielen.
Nicht jede Marke braucht einen Jingle. Aber wer regelmäßig in akustischen Medien präsent ist, sollte mindestens prüfen, ob ein gut gemachter Sound nicht mehr leistet als die hundertste Variation eines Slogans.
