Industrial AI
Definition

KI an der Maschine

Industrial AI ist künstliche Intelligenz, die in der Produktion arbeitet: an Maschinen, Anlagen und Prozessen. Sie wertet Sensor-, Maschinen- und Qualitätsdaten aus und greift dort ein, wo Takt, Ausschuss und Stillstand über die Marge entscheiden. Der Unterschied zum Assistenten im Büro liegt nicht im Modell, sondern in den Anforderungen: Echtzeit, Nachvollziehbarkeit und ein Betrieb, der auch ohne Internetverbindung weiterläuft.

Drei Anwendungen tragen den größten Teil der Praxis: vorausschauende Wartung, optische Qualitätsprüfung und die Regelung von Prozessparametern. Keine davon braucht eine neue Fabrik. Sie brauchen saubere Daten aus dem, was ohnehin läuft: Steuerung, MES, ERP, Prüfprotokolle. Genau daran scheitern die meisten Vorhaben, nicht am Modell.

Industrial AI
Nutzen

Wo KI sich rechnet

  • Vorausschauende Wartung: Schwingung, Temperatur und Stromaufnahme zeigen Verschleiß, bevor die Anlage steht. Sie tauschen im geplanten Fenster statt im Notfall.

  • Optische Prüfung: Kameras und Bildmodelle erkennen Fehlteile in Taktzeit und dokumentieren jeden Prüfschritt. Aus der Stichprobe wird eine Vollprüfung.

  • Prozessparameter: Modelle regeln Temperatur, Druck oder Vorschub nach, statt Abweichungen erst im Nachhinein zu korrigieren. Das senkt Ausschuss und Energieeinsatz.

  • Erfahrungswissen: Was erfahrene Anlagenführer im Kopf haben, wird abfragbar und bleibt im Betrieb, wenn sie in den Ruhestand gehen.

Industrial AI
Vorgehen

Vom Use Case zur Linie

Wir beginnen bei der Datenlage, nicht beim Modell: Welche Signale liefern Ihre Anlagen heute, wie kommen sie aus der Steuerung heraus, was davon ist verwertbar? Darauf folgt ein Use Case mit messbarem Ziel, also eine Linie, eine Kennzahl, ein Zeitraum. Erst wenn der Pilot diese Kennzahl liefert, wird ausgerollt.

Die Modelle laufen dort, wo die Daten entstehen: auf Edge-Hardware an der Anlage oder auf einem Server in Ihrem Haus. Das hält Latenzen niedrig und Produktionsdaten im Betrieb. Wir arbeiten selbst so, unsere Werkstatt läuft mit einer KI-gestützten Werkzeugverwaltung auf eigenem Stack. Wo die Voraussetzungen dafür noch fehlen, klärt eine KI-Readiness-Analyse zuerst die Grundlagen.

Industrial AI
Rahmen

Was die Regulierung fordert

  • EU AI Act: Steuert KI eine Sicherheitsfunktion in einer Maschine, gilt sie als Hochrisiko-System. Die Pflichten dafür greifen ab dem 2. August 2027.

  • KI-Kompetenz: Artikel 4 des EU AI Act verlangt seit dem 2. Februar 2025, dass Beschäftigte im Umgang mit KI geschult sind. Das gilt auch an der Maschine.

  • Maschinenverordnung: Ab dem 20. Januar 2027 löst die Verordnung (EU) 2023/1230 die Maschinenrichtlinie ab und regelt lernende Systeme in Maschinen mit.

  • Unsere Grenze: Wir liefern Datenwege, Modelle und Betrieb. Anlagenbau, CE-Kennzeichnung und Rechtsberatung bleiben bei Ihren Partnern.

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FAQ

  • KI in der Produktion braucht Daten, die den Zustand von Maschine und Werkstück beschreiben, und die stammen aus den Systemen, die ohnehin laufen: Signale der Maschinensteuerung (SPS), Auftrags- und Rückmeldedaten aus der Fertigungssteuerung (MES) und dem Warenwirtschaftssystem (ERP) sowie Prüf- und Messprotokolle aus der Qualitätssicherung.

    Entscheidend ist weniger die Menge als die Verwertbarkeit. Jeder Datensatz braucht einen Zeitstempel, muss eindeutig einer Maschine und einem Auftrag zuzuordnen sein, und der erfasste Zeitraum muss auch Störungen enthalten: Ein Modell, das nur Gutteile gesehen hat, erkennt keinen Fehler. Deshalb beginnt jedes Vorhaben mit der Frage, welche Signale Ihre Anlagen heute liefern und wie sie aus der Steuerung herauskommen. Wie belastbar diese Grundlage ist, klärt eine KI-Readiness-Analyse.

  • KI-Projekte im Mittelstand scheitern selten an der Technologie, sondern an der fehlenden Grundlage: unstrukturierte Daten, undokumentierte Prozesse, ungeklärter Datenschutz und fehlende Kompetenz im Team. Eine KI kann nur so gut arbeiten, wie die Basis es zulässt – ohne strukturierte Daten rät sie, ohne dokumentierte Abläufe weiß sie nicht, was zu tun ist.

    Wer zuerst die Grundlagen prüft und schließt, bekommt Agenten, die echte Arbeit übernehmen, statt halluzinierender Chatbots. Womit Sie anfangen sollten, klären wir in der KI-Beratung.

  • Industrial AI ist künstliche Intelligenz, die in der Produktion arbeitet: an Maschinen, Anlagen und Prozessen statt in Bþroanwendungen. Sie wertet Sensor-, Maschinen- und Qualitätsdaten aus und greift dort ein, wo Takt, Ausschuss und Stillstand über die Marge entscheiden.

    Der Unterschied zu einem Assistenten im Büro liegt in den Anforderungen: Die Auswertung muss im Takt der Anlage laufen, jede Entscheidung nachvollziehbar dokumentiert sein, und der Betrieb muss auch ohne Internetverbindung weiterlaufen. Deshalb rechnen die Modelle meist auf Hardware direkt an der Anlage (Edge) oder auf einem Server im Haus. Am weitesten verbreitet sind drei Anwendungen: vorausschauende Wartung, optische Qualitätsprüfung und die Regelung von Prozessparametern. Wie ein solches Vorhaben abläuft, steht auf unserer Seite zu Industrial AI.

  • KI-Readiness beschreibt, wie gut ein Unternehmen auf den produktiven Einsatz von KI vorbereitet ist – von der Datenqualität über dokumentierte Prozesse bis zu Datenschutz und Unternehmenskultur. Ein Readiness-Check bewertet diese Dimensionen strukturiert und zeigt, welche Grundlagen vor dem ersten KI-Projekt geschaffen werden müssen.

    Das Ergebnis ist ein klarer Fahrplan statt Bauchgefühl: Sie wissen, wo Ihr Unternehmen steht und was zuerst zu tun ist, bevor Sie investieren. Diesen Check führen wir im Rahmen der KI-Beratung durch.

  • Predictive Maintenance ist vorausschauende Wartung: Sensordaten einer Anlage werden laufend ausgewertet, um Verschleiß zu erkennen, solange das Bauteil noch läuft. Getauscht wird dann im geplanten Fenster statt im Störfall.

    Ausgewertet werden Signale, die ohnehin anfallen: Schwingung, Temperatur, Stromaufnahme, Druck. Ein Modell lernt das normale Verhalten der Maschine und meldet Abweichungen, die im Alltagsrauschen untergehen. Der Nutzen liegt in der Planbarkeit, also in weniger ungeplanten Stillständen, weniger Eilbestellungen und einer längeren Nutzung von Teilen, die noch tragfähig sind. Voraussetzung ist eine Datenbasis, die den Zustand der Anlage abbildet; wo Maschinen ihre Signale bisher für sich behalten, steht diese Anbindung am Anfang.

  • Artikel 4 der EU-KI-Verordnung verpflichtet Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder entwickeln, für eine ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Er gilt seit dem 2. Februar 2025 und schreibt kein festes Curriculum vor, sondern verlangt angemessene Maßnahmen – etwa Schulungen, interne Leitlinien und Multiplikatoren.

    Gemeint ist, dass Mitarbeiter KI-Systeme verstehen, ihre Risiken einschätzen und sie verantwortungsvoll bedienen können – je nach Rolle in unterschiedlicher Tiefe. Wie sich das umsetzen lässt, zeigt unsere KI-Beratung.

  • Grundsätzlich alle Mitarbeiter, die mit KI-Systemen in Berührung kommen – allerdings in unterschiedlicher Tiefe. Für die breite Belegschaft genügt ein Grundlagenverständnis, aktive Anwender brauchen praktisches Können im Umgang mit den konkreten Werkzeugen, und die Führungsebene muss ihre Pflichten und Haftungsfragen kennen.

    Sinnvoll ist deshalb ein gestuftes Vorgehen: Grundlagen für alle, vertiefte Anwenderschulung für Power-User und ein Briefing für die Leitung. So ist die KI-Kompetenz im ganzen Unternehmen nachweisbar abgedeckt.

  • KI-Kompetenz weist man am besten über eine dokumentierte Schulung nach: Teilnehmerlisten, Inhalte und Datum der durchgeführten Schulungen sowie eine interne KI-Richtlinie, die den Umgang mit KI im Unternehmen regelt. Diese Nachweise zeigen im Ernstfall, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind.

    Hilfreich sind zusätzlich geschulte Multiplikatoren, die neue Mitarbeiter einarbeiten, und ein Plan für regelmäßige Auffrischungen. So bleibt die KI-Kompetenz dauerhaft belegbar.

  • Bei der KI-Qualitätskontrolle nimmt eine Kamera jedes Teil im Takt der Linie auf, und ein Bildmodell entscheidet, ob es der gelernten Sollform entspricht. Anders als eine klassische Bildverarbeitung mit fest programmierten Regeln lernt das Modell aus Beispielen und erkennt auch Fehlerbilder, die vorab niemand beschrieben hat.

    Der Gewinn liegt in der Abdeckung: Aus der Stichprobe wird eine Prüfung jedes Teils, und jeder Prüfschritt bleibt mit Bild dokumentiert. Damit lässt sich später belegen, in welchem Zustand ein Teil das Werk verlassen hat. Voraussetzung sind stabile Aufnahmebedingungen bei Beleuchtung, Abstand und Perspektive sowie genügend Beispielbilder für die Fehler, die gefunden werden sollen.

  • Ein KI-Architektur-Workshop ist ein strukturierter Termin, in dem die konkrete technische Umsetzung eines KI-Vorhabens geplant wird: Welche Modelle und Tools kommen zum Einsatz, wie fließen die Daten, welche Schnittstellen und Verantwortlichkeiten braucht es? Am Ende steht eine belastbare Architektur statt einer vagen Idee.

    Er schließt die Lücke zwischen ‚Wir wollen KI einsetzen‘ und ‚Wir setzen es jetzt um‘. Typische Ergebnisse sind eine Architektur-Skizze, eine begründete Tool-Auswahl und ein Fahrplan für die Umsetzung.