Zusammenfassung

Coronaviren beschreiben eine große Virenfamilie behüllter Viren. Sie können bei Menschen und Tieren Krankheiten hervorrufen. Mit dem 2002 aufgetretene SARS-CoV, sowie dem 2012 identifizierte MERS-CoV zeigten sich Vertreter der Coronaviren-Familie, die schwere Erkrankungen der Atemwege, Lunge und Nieren hervorrufen konnten. SARS-CoV-2, COVID-19 verbreitete sich ab 2019 und verursachte aufgrund seiner humanpathogenen (krankmachenden) Einstufung eine globale Pandemie.

Eine Übertragung dieser Coronaviren findet über Tröpfchen-, Aerosol- und Kontaktinfektionen statt. Um sich im Kontakt mit Oberflächen nicht zu infizieren, ist die Inaktivierung von Coronaviren durch den Einsatz von Desinfektionsmittel möglich. Durch falsche oder unsachmäßige Anwendung können Desinfektionsmittel oftmals nicht wirken. UV-C, Ozon und antimikrobielle Oberflächen können Coronaviren ebenfalls inaktivieren.

Auf Singulett-Sauerstoff basierende antimikrobielle Beschichtungen zeigen eine hohe Wirksamkeit bei der Inaktivierung behüllter Viren. Diese weisen, neben der Unabhängigkeit einer feuchten Umgebung und dem zusätzlichen Schutz von Oberflächen vor der oberflächenschädigenden Wirkung von Desinfektionsmitteln, weitere Vorteile im direkten Vergleich zu anderen antimikrobiellen Systemen auf.

Steckbrief Coronavirus – Familie

Aussehen und Aufbau von Coronaviren

Coronaviren sind behüllte, Einzelstrang-RNA-Viren (engl. single stranded RNA→ ssRNA) ssRNA -Viren, aus der Familie der CoronaviridaeDie ss-RNA Erbinformation von Coronaviren ist direkt durch ein Kapsid geschützt. Die äußere Virushülle besteht aus einer Lipidmembran, sowie eine der Lipidmembran eingebettet, umgebende Proteinhülle mit eingelagerten Glykoproteine, welche für ein Eindringen in Wirtszellen wichtig sind.

Coronavirus – Habitate

Coronaviren kann man sowohl in der Luft als auch auf Oberflächen finden. Unabhängig von externen Energiequellen zur Aufrechterhaltung eines nicht vorhandenen Stoffwechsels und mit dem Schutz der eigenen Erbinformation durch Hüllproteine besitzen Viren generell eine hohe Persistenz – können also  in bestimmten Rückzugsräumen lange überdauern. In Studien konnte festgestellt werden, dass Viren – wie das SARS-CoV 2 – bis zu 28 Tage auf Oberflächen überleben kann. Das Überleben der Coronaviren auf Oberflächen ist unter anderem abhängig von Lufttemperatur,  Luftfeuchtigkeit und dem Vorhandensein von organischem Material – Verschmutzungen.

Coronaviren – Übertragung

Viren übertragen sich direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über Oberflächen.

Der Einsatz von Desinfektionsmittel in medizinischen Einrichtungen (Krankenhaus, MVZ, Arztpraxis), sowie Pflegeeinrichtungen wird basierend auf Hygienevorschriften umgesetzt. Desinfektionsmittel können gegen Viren oftmals nur eingeschränkt wirksam sein. Hochprozentiger Ethylalkohol konnte die Zahl infektiöser Viruspartikel mindern.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der indirekten Übertragung von Coronaviren über Oberflächen.

Eindringen und Vermehrung in Wirtszellen

Wie alle Viren, besitzen auch Coronaviren keinen eigenen Stoffwechsel und keine eigene Reproduktion (Vermehrung). Sie sind abhängig von einer Wirtszelle und dringen in diese ein. Die Proteinsynthese der Wirtszelle wird verwendet, um neue Coronaviren herzustellen.  Die Wirtszelle wird dabei irreparabel geschädigt und stirbt.

Coronavirus – Gefahr für den Menschen 

Coronaviren können Krankheiten bei Menschen und Tieren hervorrufen und besitzen daher medizinische Relevanz. Vor dem Auftreten des SARS-Coronavirus – Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus – SARS-CoV im Jahr 2012 galten Coronaviren als unbedenklich und kaum gefährlich für den Menschen – nicht humanpathogen. Zu den humanpathogene Coronaviren zählt das MERS-Coronavirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus ) – MERS-CoV, sowie das 2019 in Wuhan – China – aufgetretene SARS-CoV-2 – COVID-19.

Coronavirus vs. menschliches Immunsystem 

Die Übertragung von Coronaviren findet über Tröpfchen-, Aerosol- und Kontaktinfektionen statt. Die Antwort des menschlichen Immunsystems ist aufgrund der sich ständig ändernden Oberflächenstruktur der Hüllproteine von Coronaviren verzögert. Das Virus hat Zeit sich durch Wirtszellen zu vermehren. Die Veränderungen bei viralen Hüllproteinen sind auf Mutationen der Erbinformation – bei Coronavirus, der RNA – zurückzuführen. Ein guter Schutz vor dem menschlichen Immunsystem.

Coronaviren – Antibiotika nutzlos

Eine Virusinfektion lässt sich nicht mit Antibiotika behandeln, da Viren keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, welcher durch Antibiotika angegriffen werden könnte. Durch den Einsatz von Virostatika (virenhemmende Medikamente) soll die Vermehrung von Viren im Körper gehemmt werden. Virale Erbinformation – RNA / DNA können jedoch oftmals in einer Wirtzelle – im Körper – verbleiben. Dadurch kann es jederzeit, auch Monate nach einer Infektion zum Ausbruch einer Krankheit kommen. Retroviren lassen hierzu ihre RNA in DNA umschreiben, die DNA in den Zellkern transportieren, und in die menschliche DNA integrieren. Dort kann die virale DNA jederzeit aktiv werden. Retroviren gehören wie auch Coronaviren zu den behüllten, Einzel-strängigen-RNA-Viren.

Schutzmaßnahmen – Hygienevorschriften mit Grenzen

Ein  gut funktionierendes Immunsystem und dessen Stärkung stellt eine gute Schutzmaßnahme gegen mikrobielle Infektionen dar. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, der Verzicht auf Nikotin, Alkohol schaffen unter anderem eine solide Basis für ein starkes Immunsystem.

Regelmäßiges und richtiges Händewaschen dient zur Vorbeugung von Vireninfektionen. Neben der Einhaltung der Husten- und Niesetikette hilft regelmäßiges Lüften und die Isolation der Infizierten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) kommt bei gefährlichen, humanpathogenen Viren zum Einsatz, um eine Infektionskette zu unterbrechen.

Resistenzbildung gegen Desinfektionsmittel

Gefahr geht von einer mangelnden Umsetzung von Hygienevorschriften zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen aus. Dadurch verbreiten sich Keime noch stärker und bilden Resistenzen auch gegen Desinfektionsmittel aus.

Desinfektionsmittel – weitere Einschränkungen

Zudem greifen Desinfektionsmittel das Material von Oberflächen und auch die gesunde, schützende Hautflora an. Darüber hinaus finden nur wenige Desinfektionsmittel Anwendung im Bereich Lebensmittel, da diese nicht zum Verzehr geeignet und für Menschen oftmals giftig sind.

Antimikrobielle Systeme – sinnvolle Ergänzung zur Hygiene

Zur Verminderung der Keimlast reicht eine Desinfektion nicht aus, denn Keime verbreiten sich dennoch weiter und bilden Resistenzen aus. Verschiedene Möglichkeiten, um eine indirekte Keimübertragung über Oberflächen zu verhindern, sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

UV-C-Strahlung

UV-C-Strahlung findet Verwendung beim Aufbereiten von Wasser und zum Reinigen der Raumluft. Die UV-C-Strahlung (Wellenlängen 222 nm oder 254 nm) trägt dazu bei, dass Oberflächen keimfrei gemacht werden.

Ozon

Ozongas ist wirksam gegen SARS-CoV-2. Es gilt als ein hochreaktives Gas, dass ein Produkt der UV-C-Strahlung ist.

Polymere

Unterschiedliche atomare Ladungen von Polymerverbindungen zerstören Zellmembranen. SARS-CoV-2 konnte mittels konjugierter Polymere inaktiviert werden.

Silber

Durch den Einsatz von Silber, welches Bakterien und Pilze inaktiviert, kann ebenfalls eine Keimfreiheit von Oberflächen beispielsweise von Kathetern oder Wundverbänden erreicht werden. Eine desinfizierende Wirkung von Silber ist nur in Anwesenheit von Wasser gewährleistet. In trockener Umgebung ist Silber unwirksam gegen Mikroorganismen.

Titandioxid

Titandioxid (TiO2) beschichtete Oberflächen sind in der Kombination mit UV-Strahlung antimikrobiell. Dabei fungiert Titandioxid als Photokatalysator und bildet Radikale an der Oberfläche. Influenzavirus, ein naher Verwandter der Coronavirus-Familie, kann durch Titandioxid inaktiviert werden.

Singulett-Sauerstoff

Ein zentrales Anwendungsfeld von Singulett-Sauerstoff zeigte sich bei der Behandlung von Tumoren. Demnach tötet der durch die antimikrobielle Beschichtung gebildete Singulett-Sauerstoff Viren, Bakterien und Pilze sowie Sporen durch die photokatalytische Selbstreinigung ab.

Praxis-Vergleich – Singulett-Sauerstoff-Beschichtung vs. andere Schutzmaßnahmen

Im Praxis-Vergleich werden verschiedene antimikrobielle Systeme anhand der Kriterien Verarbeitung, Beständigkeit und Wirksamkeit etc. miteinander verglichen.

Verarbeitung von Oberflächenbeschichtungen

Die Erneuerung von Singulett-Sauerstoff-basierenden Beschichtungen erfolgt in längeren regelmäßigen Zyklen (ca. 12 Monate), was bei Desinfektionsmitteln nicht der Fall ist. Diese müssen häufiger Aufgetragen werden.

Das problematische an der Verarbeitung von Titandioxid ist, dass es UV-Strahlung benötigt und dadurch eher für den Außenbereich geeignet ist. Darüber hinaus sollte man die Gefahr berücksichtigen, dass Titandioxid karzinogen sein kann.

Beständigkeit von Oberflächenbeschichtungen

Desinfektionsmittel und UV-C-Strahlung sind nicht förderlich für das Erhalten des Oberflächenmaterials. Singulett-Sauerstoff basierende Beschichtungen greifen das Material der Oberfläche nicht an und vermindern gleichzeitig das Übertragungsrisiko krankheitserregender Erreger.

Wirksamkeit antimikrobieller Oberflächen

Als nachteilig stellt sich bei der UV-C-Strahlung heraus, dass sich Keime dort weiter ausbreiten können, wo sie nicht hingelangen – im Schatten.

Im Vergleich dazu wirkt Silber antimikrobiell in feuchten Umgebungen, was es ungeeignet für die Beschichtung auf Türklinken macht. Interessant sind Silber basierende Beschichtungen in der Medizin für Katheter beispielsweise.

Beim Desinfizieren muss man auf eine trockene Oberfläche achten, da Desinfektionsmittel sonst „verwässern“ und ihre volle Wirkung nicht entfalten. Als großer Nachteil stellt sich auch die Besiedlung von Keimen dar, wenn diese direkt auf die trockene Oberfläche nach dem Auftragen des Desinfektionsmittels gelangen.

Bei Singulett-Sauerstoff-Beschichtungen spielt es keine Rolle, ob die Oberfläche nass oder trocken ist, denn sie wirkt unabhängig davon. Dahingehend gewährleistet die Singulett-Sauerstoff Beschichtungen eine Hygiene ohne Lücken.

Resistenzbildung bei Oberflächenbeschichtungen

Keime sind dazu in der Lage, resistent gegen antimikrobielle Systeme zu werden. Dadurch, dass Singulett-Sauerstoff-Beschichtungen auf einem physikalischen Verfahren beruhen, konnte bisher keine Resistenzbildung festgestellt werden.

Gesundheitsrisiken bei antimikrobiellen Systemen

Gesundheitsrisiken für Lebewesen sollte durch die antimikrobiellen Beschichtungen ausgeschlossen sein.

Dennoch besteht die Gefahr, dass beispielsweise bei Beschichtungen auf Basis von  Nanosilber sich Resistenzen bei Brandwunden mit einem Silberverband bilden. Zu beachten gilt auch, dass Silber bei menschlichen Zellen einen Schaden hervorrufen kann.

UV-C-Strahlung kann gesundheitlich Negativfolgen mit sich bringen. Eine Warnung vor dem Einsatz von UV-C-Strahlung spricht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) aus, da die Strahlung krebserregend sein kann.

Im Gegensatz zu manchen Desinfektionsmitteln, eignen sich Singulett-Sauerstoff Beschichtungen für die Lebensmittelindustrie. Außerdem kann problemlos Essen auf beschichteten Oberflächen verzehrt werden. Da Desinfektionsmittel aggressive, chemische Stoffe sind, sollte der häufige Hautkontakt vermieden werden, da sonst Allergien und Hautreizungen hervorgerufen werden können.

Singulett-Sauerstoff-Beschichtungen beeinträchtigen weder die Gesundheit noch rufen sie Hautirritationen hervor.

Umweltfreundlichkeit antimikrobieller Systeme

Biozide

Biozide – dazu zählen Desinfektionsmittel – hören in der Umwelt nicht auf zu wirken und zerstören damit für gewisse Prozesse hilfreiche Bakterien.

Silber

Neben der Verwendung von Silber – im Speziellen Nanosilber – als antimikrobielles Beschichtungssystem kommt das Metall in vielen Alltagsprodukten vor. Nanosilber lässt sich nur schwer aus Kläranlagen herausfiltern, was dazu führen kann, dass es in den Wasserkreislauf gelangt.  Bisher ist die Konzentration noch nicht bedenklich.

Polymere

Das Anreichern von künstlich hergestellten Polymeren (z. B. Mikroplastik) wirkt sich negativ auf die Umwelt aus, die über den Verzehr von Meereslebewesen die Nahrungskette nach oben bis hin zum Menschen steigt und gesundheitsschädigende Folgen haben kann.

Singulett-Sauerstoff

Singulett-Sauerstoff stellt kein Umweltrisiko dar und wurde nach der Dekra als emissionsfrei eingestuft.

Fazit

Für die Praxis relevante Systeme zur Bekämpfung gesundheitsschädigender Keime gibt es bereits. Als problematisch stellen sich ihre Nachteile heraus, die der Singulett-Sauerstoff basierenden Beschichtung nicht eigen sind.

Die auf Basis von Singulett-Sauerstoff beruhenden Beschichtungssysteme weisen klare Vorteile auf, was die Aspekte Umweltfreundlichkeit, Wirksamkeit sowie Resistenzbildung, aber auch die Gesundheit und Beständigkeit angeht. Von diesen Beschichtungen geht ein eindeutiges Potenzial für die Inaktivierung von Coronaviren aus.

Weitere nicht im Text verlinkte Quellen

Verwandte Einblicke

  • Antimikrobielle Oberflächenbeschichtung
    Physisches
    Antimikrobielle Oberflächenbeschichtung
  • Inaktivierung Enterococcus faecium durch antimikrobielle Oberflächen
    Physisches
    Inaktivierung Enterococcus faecium durch antimikrobielle Oberflächen
  • Inaktivierung Acinetobacter baumannii durch antimikrobielle Oberflächen
    Physisches
    Inaktivierung Acinetobacter baumannii durch antimikrobielle Oberflächen

Interessante Magazin-Artikel

  • Magazin
    Übertragung von Infektionskrankheiten – Neue Studien bestätigen eine zentrale Rolle von Oberflächen

    Keimübertragung über die Luft bzw. durch Tröpfchen ist bekannt. Studien verschiedener Forschergruppen zeigen jetzt auch die Relevanz von Keimen auf Oberflächen.

    • Lesezeit: 4 Minuten
    Übertragung von Infektionskrankheiten – Neue Studien bestätigen eine zentrale Rolle von Oberflächen
  • Magazin
    Studie: Antimikrobielle Oberflächenbeschichtungen inaktivieren Viren nachhaltiger

    Allmählich sinken die Beschränkungen zum Schutz vor der Ansteckung mit dem neuartigen Corona-Virus Covid-19. Auch, wenn die Bundesländer Deutschlands in [...]

    • Lesezeit: 5 Minuten

FAQ

  • Einen Zustand der Keimfreiheit wird auf Oberflächen direkt nach der Desinfektion mit geeigneten Desinfektionsmitteln erreicht.

    Bereits nach kurzer Zeit sammeln sich Keime / Mikroorganismen durch Kontakt zu Menschen oder in der Luft absinkende Tröpfchen auf dieser Oberfläche an und können exponentiell wachsen. Dadurch nimmt die Keimzahl explosionsartig zu. Das Infektionsrisiko steigt.

    Eine antimikrobielle Oberflächenbeschichtung verhindern einen exponentiellen Anstieg der Keimzahl zwischen den Desinfektionszyklen und verringern somit das Risiko hoher Keimlastspitzen nachweislich. (Eichner et al., 2020)

    Quelle: A Eichner, T Holzmann, D B Eckl, F Zeman, M Koller, M Huber, S Pemmerl, W Schneider-Brachert, W Bäumler: Novel photodynamic coating reduces the bioburden on near-patient surfaces thereby reducing the risk for onward pathogen transmission: a field study in two hospitals. 2020 J Hosp Infect 104(1): 85-91.

  • Alle Keime, ob Bakterien, Viren, Pilze und Sporen, werden kontinuierlich durch die Beschichtung angegriffen. Da die Umwelt jedoch stetig Keime enthält, die sich auf Oberflächen stetig absetzen und vermehren, gibt es zeitlich betrachtet keine absolute „Keimfreiheit“.

    Eine Keimfreiheit ist lediglich nach einer richtigen Desinfektion für einen Moment herstellbar oder unter Laborbedingungen.

    Unter Laborbedingungen ist die antimikrobielle Oberflächenbeschichtung in der Lage 99,9 – 99,999% aller Keime zu töten. Das sind Werte mit denen andere antimikrobielle System ebenso werben. Es sind jedoch theoretische Werte, die kaum die alltägliche Situation in Krankenhäusern, Arztpraxen, MVZ etc. widerspiegeln.

    Brauchbare, praxisbezogene Werte bzgl. der Reduktion von Keimlast wurden mit der antimikrobiellen DYPHOX-Oberflächenbeschichtung in Feldstudien an zwei Krankenhäusern geschaffen. Über einen Zeitraum von 6 Monaten  wurden 1.289 Proben im klinischen Alltag genommen und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten eine Reduktion des relativen Risikos hoher Keimlasten auf Oberflächen um bis zu 67% (für cfu/cm² ≤ 5,0).

    Zudem sank der durchschnittliche Wert von Bakterien auf der aktiven Beschichtung unter 2,5 cfu/cm², einem für Krankenhäuser wichtigen Schwellenwert. Beim Gebrauch von Desinfektionsmitteln ohne DYPHOX-Oberflächenbeschichtung traten hohe Keimlastspitzen von bis zu 480 cfu/cm² auf. Im Vergleich dazu verringerte die aktive DYPHOX-Oberflächenbeschichtungen die Keimlastspitzen auf einen Maximalwert von 27 cfu/cm²

    Anwendungsgrafik um Hygienelücken zu visualisieren
    Anwendungsgrafik um Hygienelücken zwischen Desinfektionszyklen zu visualisieren.

    Abbildung: Verringerung hoher Keimlast und Keimlasspitzen durch die antimikrobielle DYPHOX-Oberflächenbeschichtung (rote Kurven). Alleiniger Gebrauch von Desinfektionsmitteln (schwarze Kurven) führt zu höheren und schnelleren Anstiegen der Keimlast und Keimlastspitzen und somit zu einem statistisch höheren Infektionsrisiko.

  • Im Gegensatz zu Bakterien, Pilzen etc. handelt es sich bei Viren um nicht-lebende Einheiten. Die Begründung dafür liegt im fehlenden Stoffwechsel sowie in der fehlenden Möglichkeit sich zu reproduzieren – Nachkommen zu bilden -. Viren brauchen dazu Wirtszellen, welche für die Vermehrung des Virus umprogrammiert / manipuliert werden.

    Man unterscheidet zwischen behüllten und unbehüllten Viren sowie zwischen RNA-Viren und DNA-Viren.

    Vertreter behüllter Viren sind Influenza- sowie SARS-CoV2-Viren. Rota- und Noroviren sind Vertreter unbehüllter Viren.

    RNA-Viren sind bspw. Corona- und Rotaviren. Humane Papillomaviren (HPV) sowie Pockenviren zählen zu den DNA-Viren.

  • Grundsätzlich verfolgen beide Ansätze eine signifikante Keimreduktion.

    Die Strategie ist dabei sehr unterschiedlich und richten sich nach den vorhandenen Bedingungen.

    Auf trockene Oberflächen, welche im Kontakt mit Menschen stehen und / oder in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können, empfiehlt sich beispielsweise eine antimikrobielle Oberflächenbeschichtung.

  • Mikroorganismen können physikalisch sowie chemisch inaktiviert werden.

    Physikalische Inaktivierung wird beispielsweise durch Erhitzen – Sterilisieren, Pasteurisieren – oder durch UVC-Strahlung gewährleistet. Dabei werden die Mikroorganismen irreversibel beschädigt und sterben.

    Mit der chemischen Inaktivierung durch Antibiotika oder Konservierungsmittel wird das Wachstum und Reproduktion von Mikroorganismen unterbunden.

    Die Inaktivierung von Mikroorganismen durch die Singulett-Sauerstoff produzierende Oberflächenbeschichtung DYPHOX kann man als chemisch-physikalische Inaktivierung betrachten. Der Singulett-Sauerstoff oxidiert Strukturen der Zellwand und Zellmembran, welche dort zu Brüchen führt. Die Mikroorganismen verlieren ihre Integrität und sterben.

  • SARS-CoV-2 zählt zur Virusfamilie der Coronaviren und ist ein behülltes Virus. Die Dyphox Universal-Beschichtung wurde erfolgreich gegen behüllte Viren getestet. Im Downloadbereich finden Sie ein entsprechendes Zertifikat von EuroVir, das nachweist, dass Dyphox Universal mit mehr als 99,99% (sogar mehr als 5,5 log10 Reduktion) gegen TGEV (Vertreter der Coronavirusfamilie) wirkt.

    Hinweis: Externe Labore können derzeit nicht gegen SARS-CoV-2 testen. Wenn diese ein Zertifikat gegen Corona ausstellen, dann wurden Surrogatviren der Corona-Familie getestet. Das heißt, nicht SARS-CoV-2 sondern z.B TGEV, ein bekannter Virus, der bei Schweinen auftritt. Jedoch sind diese Viren sehr ähnlich und erlauben, somit den Rückschluss auf die Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2. Genauso verhält es sich mit dem Influenza A Virus, dieser gehört genauso wie SARS-CoV-2 zu den behüllten Viren und somit wird der Rückschluss erlaubt, wirksam gegen Influenz A, somit auch gegen alle behüllte und deshalb auch gegen SARS-CoV-2, zu sein.

  • In zwei Feldtest in zwei Krankenhäusern, über ein halbes Jahr mit 1.289 Proben, konnte das relative Risiko hoher Keimlasten auf Oberflächen um bis zu 67% (bei cfu/cm² ≤ 5,0) reduziert werden.

    Zudem sank der durchschnittliche Wert von Bakterien auf der aktiven Beschichtung unter 2,5 cfu/cm², einem für Krankenhäuser wichtigen Schwellenwert.

    Hohe Keimlastspitzen von bis 480 cfu/cm² traten lediglich auf unbeschichteten Oberflächen auf. Mit aktiver Beschichtung erreichten Keimlastspitzen maximal bis zu 27 cfu/cm².

    Achtung: Bitte NICHT mit der von Herstellern oftmals angegeben 99,99% Verringerung von Keimen verwechseln. Siehe hierzu unseren separaten Artikel im FAQ.

  • Dyphox hat ein breites Wirkspektrum gegen unterschiedliche Arten von Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus oder Escherichia coli), behüllte und unbehüllte Viren oder Pilze (z.B. Aspergillus niger oder Candida albicans). Auch multiresistente Keime werden von Dyphox zuverlässig inaktiviert. Die photodynamische Entkeimung wirkt auch gegen Coronaviren.

  • Es konnte gezeigt werden, dass Bacillus atrophaeus Endosporen durch Singulett-Sauerstoff inaktiviert werden.

    Quelle: Eichner et al., Fast and effective inactivation of Bacillus atrophaeus endospores using light-activated derivates of vitamin B2: Photochem. Photobiol. Sci. 2015, 14, 387-396

  • Bei der Beantwortung dieser Frage trifft man oftmals auf Unklarheiten. Man unterscheidet generell zwischen einer qualitativen und einer quantitativen Verringerung der Keimlast.

    Die qualitative Verringerung der Keimlast sagt aus, dass bspw. 99,99% aller Arten von Keimen – bspw. S. aureus, E. coli, usw. – inaktiviert / getötet werden. Die Frage ist hierbei: Welche Keime werden getötet?

    Die quantitative Verringerung der Keimlast sagt aus, dass bspw. 99,99% der Gesamtzahl aller Keime – unabhängig von einer genauen Bestimmung der Keimarten – inaktiviert / getötet werden. 99,99% entsprechen einer Verringerung um das 10.000-fache. Man spricht auch von einer Verringerung um 4 logarithmische Stufen.

    Beispiel für quantitative Verringerung der Keimlast:

    Eine definierte Fläche beinhaltet 1.000.000 aktive Keime. Wird bspw. durch eine antimikrobielle Oberflächenbeschichtung eine Verringerung der Keimzahl um 99,99% erreicht, dann befinden sich danach noch 100 aktive Keime auf der Oberfläche.

    Hierbei handelt es sich um Laborwerte, welche alltäglichen Situationen in medizinischen Einrichtungen etc. nur sehr begrenzt widerspiegeln. Im Labor werden Faktoren wie Frequentierung von Oberflächen, organische Verschmutzungen, Aufbringung neuer Keime etc. nicht / kaum berücksichtigt.